Sonntag Abend in Chino (Essen und Entertainment!)

Nachdem ich meinen Rundgang Vormittags beendet habe, ist Yuki Otsuka gegen Nachmittag von seiner Dienstreise aus Hokkaido zurück gekommen. Er hat mich gefragt ob ich gerne was mit ihm und einem anderen Kollegen unternehmen wolle. Daraufhin sind wir in die ca. 50 km entfernte Stadt Chino gefahren, die in der Präfektur Nagano liegt. Kobuchisawa liegt quasi direkt an der Grenze von Yamanashi. Zuvor sind wir noch an den großen See Suwa gefahren, an welchem im Sommer (meistens August) immer Hanabi (Feuerwerk, nicht zu verwechseln mit Hanami!) stattfindet. Die folgenden Bilder habe ich an einem anderen Tag aufgenommen:

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Der Suwa See in Chino (Präfektur Nagano) von der Raststätte an der japanischen Autobahn
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Die Berge am Suwa See etwas rangezoomt
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Um den See herum erstreckt sich die Stadt Chino
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Von den Bergen aus hätte man bestimmt einen guten Blick auf den See

Danach durfte ich mir aussuchen, was wir zu Abend essen: Unagi (Aal), Ramen (chin. Nudeln) oder Tonkatsu (japanisches Schnitzel mit Reis und Beilagen). Ich habe mich für Tonkatsu entschieden, da ich das noch nicht probiert hatte. Üblich vor guten japanischen Restaurants, mussten wir ein wenig warten aber es dauerte nicht all zu lange. Geschmeckt hat es anders als das deutsche Schnitzel, da die Panade viel dicker und knuspriger war als beispielsweise Schnitzel Wiener oder Jäger Art. Reis konnte man so viel Nachschlag verlangen wie man wollte, dass war immer umsonst sowie soviel Wasser mit Eiswürfeln wie man trinken konnte.

Mit dem kostenlosen Reisnachschlag ist es nicht immer so aber das Wasser gibt es wirklich überall gratis, manchmal bekommt man von der Bedienung nachgeschenkt sobald sich das Glas leert oder im Ramenimbiss muss man sich selbst welches am Automaten zapfen.

Hinzu gab es eine Spezialität aus der Präfektur Nagano: rohes Pferdefleisch mit Sojasauce und Frühlingszwiebeln zum dippen. Da ich dummerweise meine Kamera in meiner Wohnung gelassen hatte, konnte ich selbst nicht das großartig aussehende Essen ablichten aber Yuki hatte sein Smartphone dabei und herausgekommen ist dabei folgendes:

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Das Schild des Tonkatsu Restaurants
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Tonkatsu futtern für 3!
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Das Tonkatsu-Schnitzel oben und der rohe Kohl unten, dazu wurde eine Schüssel Reis gereicht
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Die lokale Spezialität aus der Präfektur Nagano: rohes Pferdefleisch (verdammt lecker!)

Danach sind wir noch in einen Laden für CD und DVD Bedarf gegangen, der außerdem eine große Animesammlung hatte, die mir Yuki und sein Kollege unbedingt zeigen wollten. Echt krass was man auf so wenig Fläche alles anbieten kann! Eine labyrinthartige Sektion nur mit Animefiguren, darunter auch Gundam (sehr alte japanische Roboterzeichentrickserien mit der viele hier aufgewachsen sind) Modelle zum selbet zusammenbauen und auch Minifiguren bei denen alles eine Nummer kleiner und verniedlichter war als bei den größeren Modellen. Die DVD und Blu-Ray Auswahl an Anime sowie japanischen als auch westlichen Produktionen konnte sich auch sehen lassen! Vor allem die Animesektion stellt so manche deutsche Mediamarktsammlung so weit in den Schatten das man nicht mal mehr mit einem Elektronenrastermikroskop die deutsche Servicewüste darin finden könnte! 😀 Im Obergeschoss war dann noch eine gemischte Abteilung mit allem was der jugendliche Japaner für seine Individualität benötigt um so wenig wie möglich japanisch sein zu müssen! Von Kleidung über Merchandise (ob japanisch oder westlich, egal Hauptsache abgefahren und bunt!) war alles geboten. Ich habe eine Weile an der Musikabteilung für Anime verbracht und über die niedrigen Preise gestaut. 9 Euro umgerechnet für einen Animesoundtrack mit über 20 Titeln, dafür blecht man in Deutschland das 5-fache plus Zoll und Importkosten wenn es ganz dicke kommt. Wir haben danach eine große Runde durch die Regale gemacht und ich habe das Gefühl gehabt ich würde, wenn ich eine Zeit hier bleiben würde, wahnsinnig werden. Überall Musik, laute Stimmen plus Gekreische und Monitore mit Blitzlichtgewitter die Werbung und was noch nicht alles brüllen. Für Leute die an Epilepsie leiden bestimmt kein schöner Ort! Zum Schluss kam die Kartenspiele, von denen es in Japan gefühlt von allem und jedem eines gibt. Nachdem wir diesen aufregenden Ort verlassen haben, wollten wir noch ein wenig zocken. Da das Gamescenter hier nur aus den Kranautomaten bestand, beschlossen wir weiter zu fahren.

Unglaublich was an japanischen Wochenenden alles lange geöffnet hat! Das Gamescenter war im hinteren Bereichs war recht voll. An den hinteren Automaten wurde viel geraucht und die Motorik bei den verschiedensten Rhythmusspielen auf die Probe gestellt. Wir haben uns für eine Runde „Taiko no Tatsujin“ (japanisches Rhythmusspiel, welches mit einer großen Trommel und zwei Trommelstöcken gespielt wird) entschieden,natürlich mit Animemusik! 3 Titel für 300 Yen (ca. 2.30 Euro) konnten wir trommeln, die alle mehrere Minuten lang waren. Beim Spiel ist es wichtig in den  Rhythmus des Songs hereinzukommen und zur richtigen Zeit die auf dem Monitor eingeblendeten Symbole über die Trommel vor einem zu treffen. Dabei muss man bisweilen oft zwischen linken und rechtem Trommelstock wechseln und auch an den Seitenrand der Trommel schlagen. Auch Passagen in denen man wild und ausgelassen mit beiden Stöcken hämmern darf, sind dabei 😀 Zwei Spieler treten dabei gegeneinander an und versuchen die meisten Treffer und damit die höchste Punktzahl zu erzielen. Da ich natürlich blutiger Anfänger war, habe ich erst mal 2 Songs gebraucht aber wenn man erst mal drin ist, macht es richtig Spaß und richtig warm wird einem dabei auch! 😀 Ich denke der Ablauf lässt sich am besten mit einem youtube Video erklären:

Nach einer Runde Mario Kart gegen Yuki an einem weiteren Automaten, machten wir und an ein Horrorspiel in welchem man eine westlich aussehende aber japanische sprechende Angsthäsin vor mutierten Zombies in dunkeln Gängen beschützen musste. Bei diesem Spiel versuchen 2 Spieler im Team der Zombieplage Herr zu werden. Das besondere beim Spiel war, dass es in 3D war, auch die Bank auf der wir in der dunkeln Kabine gesessen haben hat von Zeit zu Zeit heftig vibriert um die nächste Gegnerwelle anzukündigen. Geschossen haben wir beidhändig mit einer Waffe an einer Säule montiert. Das Spiel hat zudem den Puls aufgezeichnet um zu zeigen wir sehr man sich gerade in die Hosen macht! 😀 Da die meisten Passagen aber sehr vorhersehbar waren ist unser Puls nicht all zu sehr in die Höhe gegangen 😀 Das Spiel ging recht lange aber ich habe dummerweise nach ¾ ins Gras gebissen 😀 Das Gekreische des Mädels hätte schlimmer sein können aber Yukis Kollege meinte dazu nur: „kawai“ (niedlich oder süss) 😀

Das nächste mal dürft ihr euch über einem Minibeirag zum „Hanami“ (Kirschblütenfest) freuen!

2 Gedanken zu “Sonntag Abend in Chino (Essen und Entertainment!)

  1. Hallo Orobaa 🙂 Ich hoffe es geht Dir gut und Du arbeitest nicht zu hart 🙂
    Wai-Ying möchte mehr Fotos über das Essen – haha.
    Die Berge sehen ja fantastisch aus und die Bonsai in der Firma sind beeindruckend. Freuen uns schon auf Hanami!

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    1. Hallo Herr Eimert. Leider ein kleiner Fehler beim Namen, es heißt entweder Oriba (オリバ-) oder Oriwa (オリワ-). Alle benutzen hier aber Oriba-san da Girusuki-san etwas komisch klingt^^ Über das Essen wird ja schon mehr im nächsten Artikel kommen und im darauf folgenden ebenfalls. Die Bonsai waren nicht direkt bei der Firma sondern bei dem alten Farmer aber ja das Alter von 75 Jahren ist schon der Hammer!
      Der Hanami Artikel ist in Arbeit!

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