Die Krähenburg in Matsumoto und Ishii Miso Co, Ltd.

Am 19.04. bin ich dann mit meinem gleichaltrigen japanischen Nachbarn in die Präfektur Nagano nach Matsumoto aufgebrochen. Da diese Strecke sehr weit ist, empfiehlt es sich die Mautstraße IC samt ETC (Electronic Toll Collection = Elektronische Mautzahlung) System zunehmen. Nach glaube ich gut 1 1/2 bis 2 Stunden sind wir dann in der Stadt angekommen. Da es immer noch April war, war das Wetter nicht sehr stabil und es regnete leicht. Etwas kühl war es zudem auch aber das hat die vielen ausländischen Touristen nicht davon abgehalten eine der am besten erhaltenen japanischen Burgen in Scharen zu besuchen! Ich konnte viele amerikanische Gruppen aus der Menge heraus hören und auch eine Gruppe Senioren aus Deutschland war anwesend. Wir sind gemütlich auf die Burg zugegangen und ich habe meine ersten Bilder vom Außengelände, also dem Burggraben um dem Eingangstor gemacht.

Ich habe zu viele Bilder davon!
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Gierige japanische Karpfen
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Noch mehr Burg diesmal mit roter Brücke
Die Matsumoto Burg vom Parkplatz aus
Die Matsumoto Burg vom Parkplatz aus

Natürlich darf bei so einer Burg auch die Bespassung der Leute fehlen! Da würden wir in Deutschland sagen: „Wo bleibt da denn die Authentik des Ortes!“. In Japan ist das „Künstliche“ eben allgegenwärtig. Also wurden Bilder mit einem Samurai und einer Lady im Kimono geschossen.

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Der Samurai und sein Ausländer
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Wer fragt: „Nein Umarmungen sind in Japan nicht üblich, schon gar nicht mit Fremden.“ Sowas ist meist kleinen Kindern und verliebten Paaren vorbehalten.

Darauf sind wir schließlich zum Eingang der Burg gegangen. Ob man es glaubt oder nicht aber auch hier werden die Schuhe ausgezogen um man darf sie in einen Plastiktüte durch alle Stockwerke der Burg tragen! Auf Socken durch eine Burg zu schleichen hat schon was von einem Ninja 😀

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Das Eingangsschild am Eingang zur Burg

Drinnen gab es dann viel zu bestaunen und man glaubt gar nicht wie geräumig die Burg innen ist. Wenn man sie von Außen sieht, täuscht man sich gewaltig! So muss es wohl auch den damaligen Besuchern ergangen sein. Also sind wir durch alle Stockwerke (an den Treppen immer einer nach dem anderen, da diese sehr steil und glatt waren) und haben die Geschichte und Ausstellungsstücke auf uns wirken lassen. Die Funktion und Bedeutung eines jeden Stockwerks wurde auch komplett in Englisch geschildert. An Exponaten gab es natürlich vor allem Schwerter, Rüstungen und später auch Schusswaffen zu sehen. Die Schusswaffen wurden wohl zuerst von den Portugiesen in Japan eingeführt aber später gab es dann auch eigene Erfindungen wie zum Beispiel eine vielleicht nicht sehr handliche und treffsichere aber wohl effektive Kanone für Fußsoldaten.

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Die Texttafel zum Mond-besichtigungs Flügel
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Schöne japanische Dachkunst
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Japanische Feuerwaffen
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Ob diese Samurairüstung wirklich gegen Gewehrkugeln etwas ausrichten konnte?
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Die frühen japanischen Raketen
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Wohl das was am Westen früher in Japan am meisten geschätzt wurde: Waffenexporte 😀
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Fensterläden wurden bei feindlichem Beschuss geschlossen
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Der Blick vom obersten Stockwerk der Burg auf die Stadt Matsumoto

Da Japaner ja bekanntlich ein Auge für die Optik also auch den Hintergrund haben ist das Bild mit der dieser Kimono-Lady (im Hintergrund die Mastumoto Burg) finde ich ganz besonders gut gelungen, trotz des schlechten Wetters. „In jedem Moment die Schönheit des Augenblicks einfangen… wie die Suche nach der perfekten Kirschblüte.“ das ist etwas was den Japanern ganz besonders liegt finde ich!

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Ein kitschiges aber schönes Foto, trotz Dauerregen

Wir sind dann noch in die Innenstadt um zu Mittag zuessen. Danach sind wir schließlich zur Firma Ishii Miso Co,Ltd. aufgebrochen die noch ganz traditionell Miso Paste herstellt. Der Firmeninhaber Herr Ishii hat uns einen ausführlichen Einblick in die einzelnen Produktionsschritte und Reifestadien der typisch japanischen Paste gegeben. Selbstverständlich auf Japanisch! Mein Kollege neben mir hat versucht immer fleißig zu übersetzen, was ihm auch sehr gut gelungen ist da sein Englisch wirklich sehr gut ist! Aber viele Worte wie „Protein“ oder „Enzym“ mit den Endungen „-ase“ (also Enzyme die etwas spalten), konnte ich soweit verstehen und ich konnte dem guten Mann doch trotz meines rudimentären Japanisch recht gut folgen.
Miso kann demnach zwischen 2-3 Jahre (manche Fässer hatten aber gut 20 Jahre auf dem Buckel) reifen bis die Paste fast schwarz ist. Je länger umso gesünder habe ich mir sagen lassen. Allerdings steigt damit auch der Salzgehalt (oder es wird mehr dazugeben?), sodass die Paste zum Teil nur etwas schwer für westliche Gaumen zu genießen ist :-D. Das Instant Miso welches man im Supermarkt kaufen kann, ist industriell gefertigt. Sprich der Prozess wird auf wenige Woche beschleunigt. Dadurch ist der Salzgehalt auch nicht mehr so hoch.

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In den heiligen Hallen des Misomeisters
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Diese  Misopaste wurde am 25.3.2015 angesetzt, 27/3/25 – 27 bezeichnet das Jahr Heisei 27 (das siebenundzwanzigste Jahr des derzeitigen Kaisers Akihito)
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Diese drei Fässer wurden in den Jahren Heisei 26, 24 und 26 angesetzt (v.l.n.r.), die Datumsangaben darunter verraten jeweils den Tag an dem das Miso umgeschichtet wurde
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Dieses Fass wurde im Jahr Heisei 8 befüllt also im Jahr 1996, darauf dann ’97 und ’98 umgeschichtet und bis heute gelagert!

Doch nun zum Begriff Miso oder was sich dahinter versteckt. Viele von euch werden beim Sushi essen schon mal eine Schale mit Miso Suppe samt Tofu Stückchen darin vorgesetzt bekommen haben. Würde man noch Soja Sauce dazugeben, hätte man die Proteinbombe schlecht hin! Miso besteht (wenn es traditionell hergestellt wird), aus nur 3 Bestandteilen: Sojabohnen, Reis und Salz. Der Betrieb bewirbt seine Produkte damit, dass es „lebendig“ sei. Also die Bakterienstämme die für den Fermentierungsprozess benötigt werden, werden nicht durch hohe Temperaturen o.ä. abgetötet. Sprich der Kunde nimmt mit dieser Miso Paste einen Cocktail zu sich, der das Immunsystem und vor allem den Magen und Darm stärken soll. Laut Langzeitstudien soll bei regelmäßigen Verzehr, dass Krebsrisiko gesenkt werden.

Miso Paste kann zum Dippen mit frischen Gemüse gegessen werden oder eben als Grundlage der Miso Suppe.

Nach der Betriebbesichtigung haben wir selbstverständlich noch einen Abstecher in den eigenen Firmenladen gemacht um dort die Produkte kostenlos anzutesten. Um unsere Wertschätzung gegenüber der Firma und ihren Produkten zu zeigen, haben wir uns beide jeweils eine Kunststoffdose voll Miso gekauft. Yuki die 3 Jahre gereifte fast schwarze Misopaste und ich die bräunliche die nur ca. 1 Jahr auf dem Buckel hatte. Diese Paste ist wirklich nicht mit den industriell gefertigten aus dem Supermarkt zu vergleichen! Der Salzgehalt ist um einiges höher, sodass man nicht sehr viel davon essen kann. Die Dose hat bei mir auch 5 Monate gehalten 😉

Das nächte mal geht es wieder um die japanische Doppelreligion oder viel mehr um Schreine und Tempel in Yamanashis Hauptstadt Kofu.

2 Gedanken zu “Die Krähenburg in Matsumoto und Ishii Miso Co, Ltd.

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